Warum die Aschaffenburger Initiative für Jugend und Migration Programmierworkshops anbietet

Veröffentlichung des Artikels aus dem Main-Echo Aschaffenburg vom 09.08.2018.

Aschaffenburg – Schweinheim, Pestalozzi-Mittelschule, Sonnenstraße 27: Hier findet das Jumi-Projekt Programmierworkshop statt, das Schülern Toleranz nahe bringen soll.
Foto: Stefan Gregor
19.07.2018

Per App Gemeinschaft lernen und Vorurteile abbauen

Ein paar mal aufs Ta­b­let ge­tippt, schon hebt die klei­ne Droh­ne in der Mit­te des Klas­sen­zim­mers an der Schwein­hei­mer Pe­s­ta­loz­zi­schu­le ab, bleibt sur­rend ein paar Se­kun­den in der Luft ste­hen und lan­det dann wie­der sanft.

Beim Programmierworkshop der Aschaffenburger Initiative für Jugend und Migration (Jumi) lernen die Schüler nicht nur spielerisch, wie man mit einigen Kniffen Drohnen, Roboter oder die Figuren eines Computerspiels steuern kann. Sie erfahren auch, dass man im Team die besten Erfolge hat.

Die Jumi-Workshops sind im Mai gestartet und richten sich an Grund-, Haupt- und berufsbezogene Schulen. Hinter dem Projekt steckt freilich nicht nur Spiel und Spaß, sondern der Präventionsgedanke. Die Teams bestehen aus Jugendlichen mit unterschiedlichem religiösen und sozialem Hintergrund. Beim Zusammenarbeiten sollen die Schüler Vorurteile abbauen und gemeinsam Lösungsstrategien entwickeln. Neueste Technologie soll den Anreiz zum Ausprobieren schaffen.

App als Basis

Als Basis für die Programmierworkshops dient die App »Swift Playgrounds«. Damit können die Nutzer den »Swift Code« lernen, eine einfache Programmiersprache. Vorkenntnisse sind nicht nötig. Das geschieht in spielerischer Umgebung: In interaktiven Rätseln lernt man die Grundlagen des Codens kennen. Im nächsten Schritt wendet man die Codes an, um weitere Rätsel zu lösen: Schließlich sammelt die Computerspielfigur Diamanten ein, weil ihr beigebracht wurde, in die richtige Richtung zu laufen. Die App funktioniert auch auf externen Geräten: So wie die Drohne mit den richtigen Befehlen abhebt, geht ein kleiner R2D2-Roboter auf Mission im Weltraum. Manchmal müssen für die richtigen Bewegungsabläufe auch Befehle kombiniert werden.


Foto: Stefan Gregor
19.07.2018

Cordula Kahl, Manfred Koch und Nubar Kanaan von der Jumi-Initiative haben den Schweinheimer Schülern kürzlich gezeigt, wie das Ganze funktioniert, dann sollten sie es selbst ausprobieren. »Die Idee ist, über Technik Kontakt zu den Jugendlichen zu bekommen«, sagt Kahl. Wenn sie gemeinsam ein Problem lösen, stärke das auch das Selbstbewusstsein. Das Interesse an den Aschaffenburger Schulen am Jumi-Projekt ist da: Neben der Schule in Schweinheim habe es bislang vier Kurse an der Berufsschule gegeben, zwei weitere Schulen hätten angefragt. »Wir wollen das Programmier-Projekt gern längerfristig anbieten«, so Kahl. Momentan schaue man noch, wie das Ganze ankomme, um ein Konzept zu erarbeiten.

Im letzten Schuljahr habe man gute Erfahrungen gemacht mit PC-Kursen an Schulen, bei denen männliche Flüchtlinge mit jungen Frauen zusammengearbeitet haben. Zunächst hätten die Beteiligten gezögert, dann habe es geklappt. »Man nimmt dann mit nach Hause: Wow, da ist was passiert«, sagt Kahl. Positiv sei für sie auch, dass in den »Bewerbungsschreiben«, die die Schüler für die Programmierworkshops verfassen mussten, drin stand, sie wollen etwas lernen. In Jumi lebe der Gedanke, über Bildungsangebote das Zusammenleben zu fördern. Zudem werden mit den Workshops auch die Sprachkenntnisse gefördert. »Das hilft später beim Bewerbungen schreiben.«

Text: Miriam Schnurr, Fotos: Stefan Gregor

jumi mit dem Michael-Narloch-Preis auf dem Brüderschaftsfest ausgezeichnet

Mit dem Michael-Narloch-Preis werden seit 2017 Projekte und Initiativen auf dem Fest „Brüderschaft der Völker“ ausgezeichnet, die sich mit Integration und Begegnung beschäftigen. Der Preis war in Gedenken an den 2016 verstorbenen Gründer des Fests, Michael Narloch, ins Leben gerufen worden.

2018 ist jumi – Initiative für Jugend und Migration mit dem Preis ausgezeichnet worden, um die Präventionsarbeit des ehrenamtlich arbeitenden Teams gegen politischen Extremismus zu würdigen.

In ihrer Präsentation stellten Vorstandsmitglieder ihr aktuelles Angebot „Programmieren macht Spaß“ vor, das sich an Kinder und Jugendliche in Aschaffenburg und im Landkreis richtet. Im Zukunftszelt des Brüderschaftsfestes wurden die ersten Teilnahmezertifikate an Jugendliche übergeben, die in Berufsintegrationsklassen der Berufsschulen I und III erfolgreich an den Workshops teilgenommen hatten, um Grundlagen der Arbeitsweise von „Swift Playgrounds“ und „Lego Mindstorms EV3“ zu erlernen.

Ein Teilnehmer stellte das Erlernte vor, indem er eine kleine programmierte Drohne nach Vorgabe starten und landen ließ.

Der letzte Workshop vor den Sommerferien fand in der Pestalozzischule Aschaffenburg statt (s.a. Artikel Main-Echo vom 09.08.18). Die Workshops sollen im neuen Schuljahr fortgeführt werden.

Anmerkung des Teams:  Wir bedauern es, dass zwei Initiativen den Michael-Narloch-Preis nicht angenommen haben, da sie die fehlende Auseinandersetzung bez. der Teilnahme der DITIB am Brüderschaftsfest kritisieren. Wir unterstützen aber ausdrücklich den Wunsch, dass sich der Aschaffenburger Stadtrat zeitnah und grundsätzlich mit der Thematik befasst.

Rückblick jumi-Juni-Fahrradtour

Fahrradtour

Nach guter Vorbereitung und Organisation fand unsere Jumi-Juni-Fahrradtour am 23.06 statt. 13 Jugendliche und 2 Sozialpädagoginnen aus der Berufsschulklassen nahmen an der Tour teil. Der Samstag war sonnig,  wir trafen uns um 11 Uhr an der Berufsschule und fuhren los in Richtung Obernau. Dort machten wir eine Pause, führten nette Gespräche und spielten Frisbee. Natürlich, wenn viele Männer vor Ort sind und Fußballweltmeisterschaft läuft, muss ein Ball besorgt werden. Klar ist, dass die Frisbeescheibe und der Ball in den Main fielen und dann heraus gefischt werden mussten.  Danach haben wir das gute Eis von Obernau probiert und uns auf den Weg nach Aschaffenburg gemacht. Die Stimmung war toll. Gerne wieder.

jumi-Juni-Fahrradtour Teil 2

Die jumi-Fahrradtour findet zum zweiten Mal wieder an einem Samstag, den 23. Juni  ’18 um 11 Uhr statt.
Wieder geht es von von Aschaffenburg-Leider über Schweinheim bis nach Obernau.
Treffpunkt: Berufsschule I in Leider vor dem Eingang.

Weitere Infos gibt es hier im Flyer.

Anmeldungen für die Tour bitte telefonisch oder per E-Mail: 0 60 21 .45 29 .131
info@jumi-ab.org

„Programmieren macht Spaß –
Everyone can code“ -Workshop

Unter Anleitung und der App „Swift Playgrounds“, Apples spielerischer Lernumgebung auf dem iPad, werden in sozialer Interaktion die passenden Lösungsschritte in den Coding-Aufgaben gesucht und direkt auf externen Geräten programmiert und getestet: ein Roboter geht, er tanzt und winkt. Drohnen laden Objekte, heben ab, drehen Loopings und landen wieder. Moderne Technik wird eingesetzt, um demokratisches Verhalten in heterogenen Gruppen einzüben und Vorurteile gegenüber dem „Anderen und Fremden“ zu hinterfragen und zu korrigieren. Über den Praxis-Ansatz des gemeinsamen spielerischen Lernens wird die Selbstwirksamkeit des einzelnen Jugendlichen gestärkt.

jumi bietet die Workshops für Grundschulen, Hauptschulen und berufsbezogene Schulen in Aschaffenburg und dem Landkreis Aschaffenburg an. Apple Deutschland unterstützt das Präventionsprojekt von jumi mit iPads und den notwendigen Komponenten sowie mit der Ausbildung des jumi-Teams zur optimalen Begleitung der Workshops.

Die Workshops „Programmieren macht Spaß – Everyone can code“ starten Ende Mai 2018.

Anfragen und Anmeldungen unter: 06021.4529.131, info@jumi-ab.org

 

Yoga-Kurs für jugendliche Migranten

Der Yoga-Kurs von jumi-Mitglied Annette wird vom 27. 06. bis zum  18. 07. ’18 wiederholt. Nach wie vor wird der kostenlose Yoga-Einstiegskurs für jugendliche Migranten angeboten. Annette ist Yoga-Lehrerin sowie Entspannungs-Therapeutin.

Der Kurs findet nun in der Turnhalle der Berufsschule 3, Seidelstraße 4 in 63741 Aschaffenburg-Leider immer mittwochs von 14:00 bis 15:30 Uhr statt.

Weitere Infos gibt es hier im Flyer.

Anmeldungen für den Kurs bitte telefonisch oder per E-Mail:
0 60 21 .45 29 .131, info@jumi-ab.org

jumi-Juni-Fahrradtour

Am Samstag, den 02. Juni  ’18 um 11 Uhr wird es – bei hoffentlich strahlendem Wetter – eine Fahrradtour von Aschaffenburg-Leider über Schweinheim bis nach Obernau geben. Treffpunkt ist die Berufsschule I in Leider vor dem Eingang.

Weitere Infos gibt es hier im Flyer.

Anmeldungen für die Tour bitte telefonisch oder per E-Mail: 0 60 21 .45 29 .131
info@jumi-ab.org

jumi-Veranstaltung: Fokus Mädchen und junge Frauen

Einladung zur öffentlichen Veranstaltung am Sa., 27.01.18 von 10:00 bis 13:00 Uhr im Jugendzentrum der Stadt Aschaffenburg, Kirchhofweg 2, 63739 Aschaffenburg

Unser Thema ist: Radikalisierung im islamistischen Kontext – Ursachen, Gegenstrategien, Praxisbeispiele. Der Fokus wird an diesem Vormittag die Arbeit mit Mädchen und jungen Frauen sein. Nähere Informationen erhalten Sie hier.

Die Teilnahme ist kostenfrei.

Verbindliche Anmeldungen bitte an info@jumi-ab.org